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Gefüge Erstarrung ; Dendriten und Seigerungen |
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Erstarrung heißt der Übergang vom flüssigen in den festen Zustand. Erstarrungsvorgänge verlaufen unter Freisetzung von Wärme ab (exothermer Vorgang). Die bei der Erstarrung freigesetzte Wärme kann entweder über die Schmelze oder über den erstarrten und wachsenden Kristall abgeführt werden. Bei der Erstarrung von Stahl (z.B. beim Stranggießen) bilden sich verschiedene Gefügezonen aus. In der Regel führen die üblichen Gießbedingungen zur Ausbildung eines Primärgefüges, das aus drei Zonen besteht: einer fein-globularen Randzone, einem transkristallinen Bereich (dendritische Zone) und der grob-globularen Kernzone. Im allgemeinen erstarren Stähle fast ausschließlich dendritisch. Aus diesem Grund sind sie mikroskopisch betrachtet als inhomogen zu bezeichnen. Nahe der Erstarrungsfront weist die Schmelze keine konstante chemische Zusammensetzung auf. Die zuerst erstarrenden Bereiche sind ärmer an Kohlenstoff und anderen Legierungselementen. Die interdendritischen Zwischenräume sind mit Kohlenstoff und Legierungselementen angereichert. Die sich dadurch ergebenden leichten Konzentrationsunterschiede werden als Primärseigerung / Kristallseigerung / Mikroseigerung bezeichnet. Die Mikroseigerungen sind bei der Erstarrung der Stahlschmelze nicht zu vermeiden, stellen aber für das spätere Werkstoffverhalten keine gravierenden Probleme dar. Im Inneren des Erstarrungsquerschnitts kann es zu stärkerer Anreicherung von Legierungselementen und Verunreinigungen kommen. Diese Kernseigerungen / Makroseigerungen sind allgemein als ungünstig zu bewerten. In diesen inhomogenen Bereichen stellen sich andere Umwandlungsparameter ein, die sich nachteilig bei der weiteren Verarbeitung (z.B. durch höhere Kernfestigkeiten) und Wärmebehandlung (z.B. beim Härten durch abweichende Ac1 und Ac3 Punkte) auswirken können. Beim Auftreffen der flüssigen Schmelze auf
die gekühlte Kokillenwand kühlt diese auf Temperaturen unterhalb der Schmelztemperatur
ab. An der Formwand werden unzählige Keime gebildet, die im weiteren Verlauf zu
einer feinkristallinen, globulitischen Randzone heranwachsen. Bei diesem Vorgang handelt
es sich um heterogene Keimbildung (durch Fremdkeime bzw. Kristallisatoren ausgelöst).
Die Temperatur im Kristall ist niedriger als in der Schmelze. Die Wärme wird über
den Kristall abgeführt und die Erstarrungsfront bleibt eben (glattwandige Erstarrung).
Wenn ein Kristall an der Erstarrungsfront hinaus in die Restschmelze wächst, so
bildet er sich aufgrund der höheren Umgebungstemperatur wieder zurück. Punkt 1 im Bild
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