|
Die C-Pegelregelung (Messung und Steuerung des Kohlenstoffpegel)
dient der möglichst genauen, auf das jeweilige Material bzw. den Werkstoff abgestimmten,
Einstellung der Schutzgasatmosphäre. Dies wird durch eine exakte Steuerung der
Zusammensetzung der Schutzgasatmosphäre, die laufend gemessen und steuernd überwacht
wird, gewährleistet (kohlungsneutrales Glühen). Dazu werden gezielt kohlenstoffabgebende
Gase der Ofenatmosphäre zugegeben. Dem Umstand unterschiedlicher Kohlenstoffaktivitäten
in den verschiedenen Stahlzusammensetzungen wird durch eine Variierung des C-Pegels
in der Ofenätmosphäre Rechnung getragen. Nach dem Schutzgasglühen soll
das zu behandelte Material (1) den Ofen, ohne zusätzliche Beeinflussung der Oberfläche
durch Randentkohlung, verlassen. Ein entkohlungsfreier Werkstoff ist bei einer optimalen
Einstellung des C-Pegels (keine Diffusion ins oder aus dem Material) auch nach dem
Schutzgasglühen noch entkohlungsfrei (2).
Bei einer zu niedrigen Einstellung (Kohlenstoffunterdeckung) unterliegt das Material
einer Diffusion des Kohlenstoffs aus dem Material heraus. Entkohlung, in Form von Verringerung
der Karbidmenge, ist die im Schliff sichtbare Folge (3).
Ist der Kohlenstoffpegel zu hoch eingestellt (Kohlenstoffüberschuss), diffundiert
Kohlenstoff in die Randzone hinein. Im Schliff macht sich dies durch ein erhöhtes
Aufkommen von Karbiden bemerkbar (4). Der Werkstoff ist aufgekohlt.
Die Beispielbilder haben alle eine Aufnahmevergrößerung
von 200 : 1 (Werkstoff 1.7076).
1. nahezu keine Randentkohlung
2. keine Randentkohlung
3. Entkohlung 0,14 mm tief
4. Aufkohlung 0,12 mm tief
1. Beispielbild eines unbehandelten Ausgangsgefüges
:

2. Beispielbild einer optimalen C-Pegel Einstellung
:

3. Beispielbild einer zu niedrigen C-Pegel Einstellung
:

4. Beispielbild einer zu hohen C-Pegel Einstellung
:

|